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Das Ende des fossilen Zeitalters hat begonnen. Und der mit der Energiewende beabsichtigte Paradigmenwechsel kann nur zielsicher umgesetzt werden, wenn alte Bewertungsstandards und Denkmuster überprüft werden. Wer Neues im Licht des Alten beurteilt, schätzt die Dinge evtl. falsch ein und wartet vergeblich auf die gewünschte Amortisation.
Deswegen sollte man alle bisherigen Heizformen nach Maßgabe der Ziele und Möglichkeiten der Energiewende einer neuen Bewertung unterwerfen. Tut man dies vorbehaltlos, so wird man folgendes feststellen:
Die Einwände gegen elektrisches Heizen gehören der Vergangenheit an und haben ihre Bedeutung verloren. Der Haupteinwand lautete: Elektroheizungen seien bezüglich der Energieeffizienz zu verschwenderisch. Dieser Verschwendungsvorwurf bezog sich darauf, dass die Stromerzeugung in Kohlekraftwerken äußerst ineffizient war. Werden die Kohlekraftwerke auch nachts auf Volltour geschaltet, um Nachtspeicherheizungen aufzuladen, dann ist das in der Tat sehr verschwenderisch, weil sich durch Verbrennung von Kohle nur 30 bis 40% Stromenergie generieren lassen (geringer Wirkungsgrad). Darauf fusste der sogenannte Exergieeinwand: Strom sei für das Heizen einfach zu schade. Klar, bei einer so geringen Energieausbeute ist Strom wirklich zu schade zu heizen - wenn sich mit anderen Heizformen höhere Wirkungsgrade erzielen lassen. Und das war der Fall: Wer den Verbrennungsprozeß zum Erhitzen von Heizungswasser direkt nutzt, kriegt natürlich mehr Heizernergie aus Kohle heraus als auf dem Weg des elektrischen Heizens.
Beim Heizen mit Ökostrom sehen die Verhältnis jedoch gänzlich anders aus, da der Strom mit kostenlosen und unbegrenzt verfügbaren Energieträgern erzeugt wird: Wind, Wasser, Sonnenstrahlung, Tiefenerwärme. Und da Ökostrom-Kraftwerke das Klima nicht belasten oder erwärmen, ist Ökostrom geradezu ideal zum Heizen geeignet. Der Wirkungsgrad der Heizung ist dabei so gut wie die Technik der Elektroheizung. Bei elektrischen Infrarotheizungen sind es nach Hersteller-Aussagen bis 98%. Wären es nur 90% wäre das immer noch ein hervorragender Wirkungsgrad - nämlich 30% mehr als bei Gaswerken der neusten Generation. Hier sprechen die Fakten für sich.
Nicht mehr zutreffend ist auch die ökologische Bewertung der Gasverbrennung:
Neue Gaswerke können bei der Stromerzeugung immerhin einen Wirkungskraft von bis zu 60 % erzielen. Der Wirkungsgrad ist gegenüber alten Kohlekraftwerken damit doppelt so hoch. Das ist ein beachtlicher Fortschritt. Außerdem stossen Gaswerke ca. 25 % weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke - belasten das Klima dementsprechend weniger. Richtiger Schluss: Gaswerke sind effizienter und umweltfreundlicher als Kohlekraftwerke.
Gemessen an einer Windkraft-Offshore-Anlage erscheinen Gaswerke in einem ganz anderen Licht: sie gehören nun zu den Technologien, die das Klima nachhaltig belasten! Dass Gaskraftwerke dies zu 25% als Kohlekraftwerke weniger tun, ändert nichts an dem Umstand, dass sie das Klima ebenfalls viel zuviel belasten!
Bezüglich des Primärenergiefaktors und der Klimawerte sind Ökostrom-Kraftwerke dagegen durch nichts zu überbieten.
In anderen Worten: Die Effizienz- und Klimawerte, welche die neuen Kraftwerk-Technologien auszeichnen, setzen für die Bewertung konventioneller Kraftwerke neue Massstäbe. Was früher top war, ist nun plötzlich zu etwas geworden, was den Zielen der Wirtschaftlichkeit und Ökologie nicht mehr entspricht.
Das ist eine Veränderung, an die man sich im eigenen Denken erstmal gewöhnen muss. Je eher man es tut, desto besser. Denn das alte Denken verleitet uns zu Investitionsentscheidungen, deren Rentabilität immer fraglicher wird:
Es steht heute bereits fest, dass die Peaks der wichtigsten Energieträger bereits überschritten sind oder es bald sein werden. Und dies in einer Zeit, in der die weltweite Nachfrage nach Energie drastisch steigt. Folge: Man kann mit höchster Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sich zunächst Öl weiter verteuern wird - und zwar extrem, solange die Weltwirtschaft Wachstum aufweist. Die Preise von Gas, Uran und schließlich auch Kohle werden davon nicht unberührt bleiben, sondern ebenfalls deutlich steigen. Je mehr auch bei Gas und Uran der Peak überschritten sein wird, desto mehr wird die Energieverteuerung dramatisch. Das wird nicht "irgendwann" in der Zukunft sein, sondern betrifft die nächsten 20 Jahre.
Gemessen an dieser "neuen Wirklichkeit" erscheinen alte Investitionsvorlieben volkswirtschaftlich als wenig aussichtsreich: Wo heute in den Bau neuer Gaswerke investiert wird, wird in Zukunft noch mehr Kaufkraft durch wachsende Energiepreise in Ansprich genommen.
Wo dagegen in ein neue Ökostrom-Kraftwerke investiert wird, findet eine Abkopplung fossilen Energieträger und deren wachsenden Kosten statt. Denn Wind, Wasser und Sonnenstrahlung sind kostenlos. Und jedes neue CO2-freie Kraftwerk bringt Vorteile im Emissionshandel.
Trotzdem bleibt die Frage berechtigt, ob Ökostrom als hochwertige Energie (sog. Exergie) zum Heizen nicht doch zu schade ist. Denn zum Heizen reicht ja eigentlich niederwertige Energie (Anergie), fürs Elektroauto und andere Kraftmaschinen benötigt man dagegen immer Exergie. Wärmemeister.de sagt dazu:
- Öl und Gas sind Formen hochwertiger Energie, die als begrenzte Resourcen tatsächlich viel zu schade zum Heizen sind. Windkraft, Wasserkraft und Sonnenstrahlung dagegen stehen kostenlos und nach menschlichen Maßstäben unbegrenzt zur Verfügung. Warum also nicht auch auf dieser Basis heizen - wie es per Solarthermie ja auch bereits geschieht? Was sollte dagegen sprechen?
- Wer das erforderliche Kapital hat, kann sich eine Wärmepumpenheizung anschaffen - denn diese nutzt bis zu 2/3 die Anergie (Umgebungstemperatur) - und braucht nur 1/3 Strom. Dadurch wird die Energiewende prima unterstützt und beschleunigt: Das Geld, welches der Bauherr und Hausbesitzer für regenerative Heizanlagen ausgibt, verringert den Zeit- und Investitionsdruck der Stromkonzerne und kommunalen Stromversorger (Stadtwerke) bei der Aufgabe, die Energieversorgung bedarfsdeckend regenerativ umzurüsten. Es kann sich aber nicht jeder Bauherr oder Hausbesitzer eine Wärmepumpenheizung leisten. Denn Wärmepumpenheizanlagen sind bezüglich der Energieeffizienz zwar optimal - gehören deswegen aber eben auch zu den teuersten Heizsystemen.
Eine ebenfalls aufwendige Lösung ist die Solarthermie, die für den Winter unerläßlich mit einer Brennwerttechnik gekoppelt werden muß.
- Ökoelektrisch betriebene Infarotheizungen kann sich dagegen jeder leisten. Die geringen Anschaffungskosten lassen zudem finanziellen Spielraum für Investititionen in den Wärmeschutz, der den Heizenergieverbrauch am wirksamsten senkt.
Öl, Gas und Uran wachsen nicht nach. Deshalb ist die Energiewende ein Weltthema. Gewinner sind:
- Energieversorger und Staaten, die bereits jetzt massiv in Ökostrom-Kraftwerke investieren. Denn die damit verbundenen Kosten werden mit dem sicher zu erwartenden Anstieg der Preise für fossile Energieträger ebenfalls steigen: Auch der Bau von Ökokraftwerken ist energieintensiv - die Baukosten steigen deshalb mit den Energiekosten. Und mit Ökostrom wird man energieintensive Bauvorhaben erst meistern können, wenn die Versorgung bereits so weitgehend auf regenerative Energie umgestellt sein wird, dass auch LKWs und schwere Baugeräte sich mit regenerativ betreiben lassen.
- Bauherren und Hausbesitzer, die bereits jetzt in Wärmepumpenheizungen (hoher Anergie-Anteil) oder elektrische Infrarotheizungen (hoher Nutzenergiewert) investieren.
Wer heute aufs falsche Pferd setzt, wird es morgen nicht leicht haben - und viel Geld in den Sand gesetzt haben. Je schneller man sich von der Abhängigkeit von fossilen Energien verabschiedet, desto eher verbessert man die eigene Energiekostenbilanz nachhaltig, d.h. ohne Verluste durch spätere Restrukturierungskosten.
Ihr herstellneutrales Beratungsteam von Wärmemeister.de München / Bayern
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