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Der Bericht der Ethikkommission Sichere Energieversorgung "Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft" gilt als argumentative Grundlage für den endgültigen Atomausstieg. Durch den Atomausstieg wird der Blick nun auch endlich frei für die Herausforderungen der Energiepolitik, die das Zuendegehen des fossilen Zeitalters mit sich bringt.
Und das ist für unsere Zukunft letztlich viel wichtiger als die Frage, ob Atomkraftwerke etwas früher oder später abgeschaltet werden. Denn alle fossilen Resourcen sind bereits weitgehend abgeschöpft und stellen daher keine nachhaltige Voraussetzung für die Energiepolitik mehr dar. Wer sich an dieser Erkenntnis zeitnah ausrichtet, gehört zu den Gewinnern der Energiewende. Wer dagegen noch nennenswert in veraltete Energietechnik investiert, muss wahrscheinlich damit rechnen, dass sich seine Amortisations- und Rendite-Erwartungen nicht erfüllen werden. Mehr Info
Das Abschalten der Atomkraftwerke macht noch keinen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik. Die eigentliche Transformation besteht darin, eine Energieversorgung aufzubauen, die so weit als irgend möglich unabhängig von fossilen Brennstoffen wird. Dies klingt im Bericht der Ethikkommission Sichere Energieversorgung Deutschlands Energiewende - Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft auch an. Doch der Bericht scheint auch noch fossile Denkmuster zu transportieren:
Verdrehte Ökostrategie der Energiepolitik?
Was ist besser: Zu 100% regenerativ heizen - und die Umwelt Null Prozent belasten? Oder durch Energiesparen weniger fossile Brennstoffe verbrauchen - und die Umwelt damit etwas weniger belasten? Dies ist nicht als rethorische Frage gemeint. Fakt ist nämlich, dass das Prinzip "weniger Umweltbelastung durch reduzierten Verbrauch fossiler Brennstoffe" nach wie vor ein vorherrschendes Denkmuster ist, welches die Entscheidungen von Politikern, Wirtschaftsleuten und Bürgern bestimmt. Hintergrundwissen
Fossile Denkmuster stehen dem Energiewandel aber im Weg und verleiten zu falschen Einschätzungen. Der Leitsatz z.B. "Mit Strom heizen ist klimaschädlich, mit Erdgas heizen dagegen klimaschonender" ist nicht mehr wahr, seitdem es ausgereifte Technologien zur klimaverträglichen Stromerzeugung gibt.
Die Ethikkommission erklärt zwar einerseits, dass nicht nur die Atomkraftwerke sondern auch fossile Brennstoffe letztlich nur noch im Rahmen von "Brückentechnologien" zum Tragen kommen können. Andererseits wird aber der CO2 emittierenden Stromerzeugung per Erdgas weiterhin ein großes Gewicht beim Kraftwerkneubau zugestanden - obwohl der Erdgaspreis steigt. Mit welcher Begründung? Weil zusätzliche Erdgas-Kraftwerke und Mini-Blockheizkraftwerke schneller und kostengünstiger verfügbar sein können als regenerative Anlagen? Weil sich dafür schneller Investoren finden? Um die Dezentralsierung des Strommarktes zu beschleunigen? Diesbezüglich bleibt wichtiger Klärungs- und Diskussionsbedarf.
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) hatte im Juni 2010 in einer Studie nachvollziehbar dargelegt, dass die Elektrizität letztlich der entscheidende Schlüssel zu einer nachhaltigen und klimaverträglichen Energieversorgung ist. Die Schlüsselfunktion der Elektrizität für eine erfolgsversprechende Energiewende bleibt - auch wenn wir keine Atomkraftwerke mehr wollen. Nach einem Atomausstieg läßt sich Strom aber nur noch mit regenerativen Energieträgern Co2-frei erzeugen. Nicht mehr die Elektrizität im allgemeinen (inkl. Atomstrom), sondern Ökostrom ist nun als entscheidender Schlüssel einer nachhaltigen und klimaverträglichen Energieversorgung anzusehen. Weil die DPG-Studie die Bedeutung klimaverträglicher Elektrizität gegenüber allen CO2-emittierenden Energieformen sehr differenziert herausarbeitet ist sie für ein besseres Verständnis der Herausforderungen der Energietransformation sehr aufschlussreich. Es wird zum Beispiel aufgezeigt, warum auch mit Erdgas betriebene Mini-Blockheitskraftwerke keine nachhaltige Lösung darstellen und daher nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert werden sollten. Download
Heizungserneuerung vor energetischer Gebäudesanierung?
Eine energetische Bausanierung (Gebäudesanierung) ist teuer - für viele Hausbesitzer zu teuer. Weil der Ergaspreis gestiegen ist und weiter steigen wird, ist daher die Neigung weit verbreitet, die jährlichen Heizkosten durch eine effizentere Brennwerttechnik zu senken. Da eine effizientere Brennwerttechnik aber ebenfalls Kapital bindet, bleibt die Wärmedämmung auf der Strecke. Dieser Trend ist eine energiepolitische Sackgasse, die fatal genannt werden kann. Denn ca. 70 Prozent des Altbaubestandes sind in einem energetisch schlechten Zustand und stehen dem Ziel der Klimaverträglichkeit im Weg!
Das falsche Prinzip "Heizungserneuerung vor energetischer Gebäudesanierung" kann auf breiter Front nur durch billigere Heizungen und kostengünstigeren Wärmeschutz gewährleistet werden. Möglich wird dies, indem eine partielle innenraumseitige Wärmedämmung - fokussiert auf die Räume mit dem größten Energieverbrauch - in den Vordergrund gestellt wird und auf eine teure Heizungsanlage verzichtet wird. Durch Umstellung des Heizsystems auf Elektroheizungen werden die Heizungsanschaffungskosten auf einen Bruchteil gesenkt. Damit wird Kapital zumindest für eine partielle Wärmedämmung frei. Die Wärmedämmung sorgt ihrerseits dafür, dass die jährlichen Heizkosten deutlich gesenkt werden. Elektroheizungen lassen sich daher auch mit Ökostrom wirtschaftlich betreiben. Bei Vorhandensein einer Solaranlage können die jährlichen Heizkosten zusätzlich gesenkt werden.
Man darf freilich nicht erwarten, dass Ergasanbieter und Hersteller von fossilen Heizungsanlagen elektrische Heizlösungen begrüssen werden. Mit jeder Umrüstung auf ein elektrisches Heizsystem verlieren sie beträchtliche Umsätze und Gewinne. Ihre Botschaft lautet konsequenterweise: Es sei zur Erreichung der Klimaziele ausreichend durch verbesserte Brennwerttechniken weniger CO2-Belastung zu erzeugen (anstatt gänzlich CO2-frei zu heizen). Damit dies auf breiter Front möglich wird, wünschen sie sich eine hohe Subvention ergasbetriebener Heizungsanlagen.
Der Erwerb von Elektroheizungen ist nicht subventionsbedürtig, da ihre Anschaffung sehr billig ist.
Warum der Mehrverbrauch von Ökostrom in die richtige Richtung treibt:
Ohne hohe Investitionen in den Bau neuer Ökostrom-Kraftwerke und -Speicher sowie den Aus- und Umbau des Stromnetzes ist die Abkopplung von immer knapper und teurer werdenden fossilen Energieresourcen nicht zu haben. Darin sind sich alle einig.
Damit die umwelt- und wirtschaftspoltischen Ziele des Energiewandels möglichst rasch über einen sich dynamisch entwickelnden Markt umgesetzt werden können, ist es erforderlich, dass Ökostrom zu einer für Investoren attraktiven Angelegenheit wird. Das kann aber nur sein, wenn die Nachfrage nach Ökostrom zusätzlich und über viele Jahre andauernd wächst. Nur wenn ein solcher Nachfrageschub nachvollziehbar zu erwarten ist, können sich die Investitionen rechnen. Und nur dann finden sich Kapitalgeber in ausreichender Zahl.
Praktisch bedeutet dies: Je mehr Ökostrom tatsächlich verbraucht wird, desto eher kann regenerative Energie auch zum börsengetriebenen "Hype" werden. Wer Infrarotheizungen ökoelektrisch betreibt, leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Regenerativer Strom muss billiger als fossiler Strom werden!
Wenn die Umrüstung auf regenerative Energieträger auf breiter Front schnell umgesetzt werden soll, dann muss der Ökostrompreis für den Verbraucher so reduziert werden, dass der Stromtarif für Ökostrom günstiger als der Tarif für Strom aus fossilen Brennstoffen wird.

Investoren benötigen dabei Planungssicherheit für einen Zeitraum von ca. 15 Jahren. Wird das gewährleistet, kommt die Transformation der Energieversorgung in Schwung. Die erwünschte Aufbruchstimmung für einen von unten mehrheitlich tatsächlich getragenen Paradigmenwechsel in der Energiewirtschaft wird dann erst eine realistische Option sein.
Stromsteuern für Ökostrom?
Stromsteuer, Abgabe für die Kraft-Wärmekopplung und Mwst. verteuern Ökostrom unnötig. Durch den Wegfall solcher Preistreiber könnte die Nachfrage nach Ökostrom auf einfachste Weise erhöht werden.
Regenerative Energieversorgung: Zentral oder dezentral?
Ein schneller massiver Umbau der Energiewirtschaft ist produktionsseitig nur denkbar, wenn zentrale wie dezentrale Lösungen gleichermassen entstehen. Die Energiekonzerne alleine sind nicht in der Lage den kompletten Neubedarf an regenerativer Energie im Zeitraum von 10 bis 15 Jahren aufzubringen. Ihre Domäne sind im wesentlichen die Grossprojekte, die kein kommunales Stadtwerk stemmen kann (z.B. Offhore Windparks oder Meeresströmungskraftwerke). Den Stadtwerken bleibt daher genug Zeit, sich gesamtheitlich einen großen Marktanteil im Kontext der Energiewende zu sichern.
Volkswirtschaftliche Bedeutung der Energiewende
Das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland ist exportabhängig - und nährt sich dabei vom Import von Energieträgern, die immer teurer werden (Öl, Gas, Uran, auch Kohle). Vor allem eine weitgehend dezentral umgesetzte Transformation der Energieversorgung wird die volkswirtschaftliche Bilanz und Robustheit (Resilienz) deutlich verbessern. Durch eine regional getragene Umstellung der Energieversorgung wird zudem auch die Binnenwirtschaft über viele Jahre belebt und langfristig stabilisiert.
Von einem Alleingang Deutschlands kann keine Rede sein
Italien hatte bereits nach Tschernobyl gegen die Atomkraft gestimmt. Norwegen, Österreich und die Schweiz haben bereits einen viel höheren Anteil an Naturstrom in der Energieversorgung als Deutschland erreicht.
Griechenland, Portugal und Spanien als Partner gewinnen
Griechenland, Portugal und Spanien leiden unter Wachstumsproblemen und hängen am Tropf europäischer Finanzunterstützung. Um die Herausforderung einer nachhaltigen Transformation der Energieversorgung zu bewältigen, könnte die Errichtung von Solarparks Griechenland, Portugal und Spanien erheblich beitragen.
Auch die Wertschöpfung in Europa würde dadurch bedeutsam gestärkt.
Ihr herstellerneutrales Beratungsteam von Wärmemeister.de München / Bayern

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