Zentralheizung/Fernwärme durch Infrarot Elektroheizungen ergänzen

Infrarot-Heizsysteme sind bei gut bis sehr gut gedämmten Bauten für eine Vollbeheizung viel platzsparender und kostengünstiger als andere Heizformen. Infrarotheizelemente können deshalb bei Neubau, Umbau, Anbau und Bausanierung sogar eine konkurrenzlose "Idealheizung" sein.
Infrarot-Heisysteme sind prinzipiell aber auch für Altbauten bzw. die Altbausanierung interessant, da ihr Einsatz keine Umbaumaßnahmen erfordert, die Raumluft deutlich verbessert und die Bildung von Schimmelbldung verhindert werden kann. Bei schlechter Dämmung benötigt man in Altbauten jedoch zwangsläufig mehr Heizlast, um eine ausreichende Raumtemperatur zu erreichen. Entsprechend sind für den ausschließlichen Einsatz von Infrarotheizsystemen bei schlechter Dämmung pro Raum teilweise eine beachtliche Anzahl an Infrarotheizplatten zu erwerben und an Wänden oder der Decke anzubringen, um die erforderliche Wattleistung zu erreichen (siehe auch die Beiträge "Watt-Bedarf" und "Stromverbrauch"). Das kann für die Optik des Raumes ungünstig sein, erhöht die Anschaffungskosten und schlägt bei einer Altbausanierung entsprechend zu Buche. Trotzdem eröffnet der Einsatz von Infrarotheizsystemen im Altbau auch vor einer Bausanierung erhebliche Vorteile, was im folgenden näher ausgeführt wird.
Zur Abklärung des Sprachgebrauchs, wie er hier zwecks besserer Lesebarkeit verwendet wird: Mit "Altbau" sind Gebäude gemeint, die noch nicht nach dem heutigen Verständnis von "Energie-Effizienz" projektiert, errichtet oder saniert wurden. In diesem Sinne fällt auch ein modern aussehendes Wohnhaus oder Geschäftsgebäude, dass z.B. vor 30 Jahren gebaut wurde, ggf. unter den Teminus "Altbau".
Vor Bausanierung ist im Altbau ein Mischkonzept oft die beste Lösung!

Bei hohem Wattbedarf ist bei Altbausanierungen das Kombinieren unterschiedlicher Heizarten oft die wirtschaftlichere und ästhetisch elegantere Lösung - sofern das bestehende zentrale Heizsystem noch gut funktioniert und eine grundlegende Bausanierung (Dämmqualität der Bausubstanz) nicht in Betracht gezogen werden soll oder kann.
Außerdem stellen beim Altbau die Fensterflächen im Winter häufig eine unangenehme Kältezone dar (Wärmebrücken). Heizkörper der Zentralheizung/Fernwärme befinden sich aus diesem Grund meist unter dem Fenster, wenn die Fensterfront bis zum Raumboden reicht, auch direkt vor dem Fenster. Da die Strahlen der Infrarotheizelemente von Fensterflächen reflektiert werden, kann es sinnvoll sein, die konvektionellen Heizkörper bei nicht ausreichend gedämmten Fenstern in geringem Maß weiter einzusetzen, um den von Fenstern bei kalten Aussentemperaturen ausgehenden Kältestrom zu erwärmen/auszugleichen.
Wenn man den Einsatz der Zentralheizanlage/Fernwärme darauf begrenzt, die Wärmebrücke Fenster auszugleichen, wird die von konvektionellen Heizkörpern erzeugte Luftbewegung so abgeschwächt, dass sie nur noch am bzw. überhalb des Fensters nennenswert aktiv ist. Der verbleibende Heizbedarf kann dann komplett durch elektrische Infrarotheizplatten abgedeckt werden. Durch ein solches Kombinieren von Infrarotheizstemen und konvektionellen Heizkörpern wird die Raumluft im Altbau erheblich verbessert. Wie Sie weiter unten näher sehen werden, kann es auch sinnvoll sein, einen solchen Effekt bei der Altbausanierung auch durch Kombination eines konventionellen Elektroheizsystems und eines elektrischen Flachheizkörpers zu erreichen.

In der Regel ist es ausreichend, die Thermostate an den Zentralheizkörpern auf einen Skalenwert zwischen 2 und 3 einzustellen. Über das Thermostat der Elektro Infrarotheizplatten kann dann die eigentliche Raumtemperatur gesteuert werden. Das Thermostat sollte in ca. 1,5 bis X Meter Abstand vom Temperaturregler der Heizkörper der zentralen Heizanlage plaziert werden. Manchmal kann es wünschenswert sein, ein am Heizkörper der Zentralheizanlage angebrachtes Thermostat durch einen Temperaturregler mit externem Temperatur-Sensor auszutauschen, um exakt die Temperatur des Luftstroms am Fenster zu messen.
Zusätzliche Informationen über die Temperatur-Steuerung bei Mischkonzepten finden Sie im Beitrag "Thermostate". Bei Fragen können Sie Wärmemeister.de München gerne anrufen: (+49) 089 / 500310012: Eine fachkompetente Beratung kann wesentlich dazu beitragen, evtl. Fehlinvestitionen oder heiztechnisch wirkungsschwache Installationen zu vermeiden!

Mischkonzepte richten sich ganz nach den jeweiligen Wünschen und Möglichkeiten!
Mischkonzepte sind flexibel nach dem jeweiligen Heizbedarf pro Raum praktizierbar. So kann es zum Beispiel wünschenswert sein, die für die Infrarotwärme vorgesehene Wattleistung auf den durchschnittlichen Heizbedarf zu beschränken und bei extrem kalten Aussentemperaturen die Heizkörper der zentralen Heizanlage/Fernwärme mehr als nur zu Erwärmung der Fensterkältezonen zu nutzen. Der Vorteil speziell dieses Mischkonzeptes besteht darin, dass man erheblich weniger Platz für Infrarotheizpaneele benötigt. Außerdem kann so bei den Anschaffungskosten gespart werden. Die Stromkosten sind bei dieser Mischvariante leichter und besser kalkulierbar als wahrscheinlich in allen anderen Anwendungsfällen (siehe hierzu auch den Beitrag "Stromverbrauch").
Wer die von Heizkörpern einer Zentralheizanlage aufgewirbelte, trockene Raumluft als problemlos verträglich empfindet, kann aber auch genau umgekehrt vorgehen: Man überläßt die Hauptheizlast weiterhin der Zentralheizanlage und benutzt die Infrarot-Heizung nur als gelegentliche Zusatzheizung, wenn die Zentralheizanlage den Raum oder Teile des Raums bei extrem kalten Aussentemperaturen nicht mehr ausreichend erwärmen sollte.

In Räumen, die rundum oder sehr weitgehend wanddeckend mit stark reflektierenden Kacheln oder Fliesen ausgestattet sind (z.B. Bad und Küche), kann man mit der Zentralheizanlage für eine Grundwärme sorgen (z.B. 20 Grad) und Infrarotheizplatten zur zusätzlichen Aufwärmung beim Baden oder Duschen verwenden (z.B. 24 Grad). Alternativ kann man spiegelnde Flächen im Rahmen der Altbausanierung natürlich durch nicht reflektierende Materialien ersetzen.
Wenn Sie Fragen haben, wo Sie Infrarotheizplatten im jeweiligen Raum am günstigsten an Wand, Decke oder als Standheizsystem plazieren, damit sich Konvektions- und Infrarotheizkomponeten in der Heizwirkung optimal ergänzen, dann mailen Sie uns am besten einen Grundriss und Fotos der betreffenden Räume:
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Warum Infrarotwärme elektrischen Ölradiatoren und -ventilatoren vorzuziehen ist:
In Altbauten mit zentraler Heizanlage werden üblicherweise elektrische Ölradiatoren und Heizventilatoren eingesetzt, wenn die Heizkörper des Zentralheizsystems bei tiefen Aussentemperaturen nicht ausreichen, um den Wärmebedarf zu decken. Außerdem werden elektrische Radiatoren und Heizventilatoren an kalten Tagen außerhalb der Heizperiode als Ausgleich der nicht zur Verfügung stehenden Zentralwärme genutzt.
Ähnliches gilt für Altbauten, in denen Nachspeicher eingesetzt werden. Dort helfen Ölradiatoren und Heizlüfter eine nicht ausreichende Heizleistung von Nachtspeicheröfen zu überbrücken:

Denn gerade bei tiefen Außentemperaturen geschieht es immer wieder, dass der Nachtspeicher in Altbauten bereits am Spätnachmittag die im Schamott gespeicherte Wärme bereits verausgabt hat. Und wenn man den Nachtspeicher - in Erwartung warmer Außentemperaturen - ausgeschaltet hatte, sitzt man ohne elektrische Zusatzheizung im Kalten.
Außerdem werden elektrische Ölradiatoren und Heizlüfter notgedrungen in Räumen verwendet, in denen keine Heizkörper für Zentralheizung oder Fernwäme installiert wurden und eine Erweiterung der Zentralheizung als zu aufwendig erscheint. Typische Beispiele dafür sind Wintergärten, Dachbodenausbauten, Werkstätten in Kellern und Garagen.
Es ist bezüglich des Energieverbrauchs kostengünstiger und bezüglich der Raumluft gesünder und sehr viel angenehmer stattdessen ein Infrarotheizsystem einzusetzen. Oft kommt man mit einem Infrarotflachheizkörper mit 300 bis 800 Wattleistung aus. Einen elektrische Ölradiator mit ausreichender Heizleistung werden Sie unter 1500 Watt wahrscheinlich nicht finden. Eine Infrarotheizplatte können Sie im übrigen nicht nur als Standheizung verwenden, sondern auch beliebig an Wand, Wandschrägen oder Decke hängen.

Damit soll der elektrische Ölradiator keineswegs "verteufelt" werden. Denn ähnlich wie bei der Zentralheizungen kann auch der elektrische Ölradiator im Rahmen eines vernünftigen Heizkonzeptes für Altbauten gelegentlich eine wichtige Heizkomponente sein:
Kostengünstige Altbausanierung: Infrarotheizsysteme mit konvektionellen Elektroheizungen kombinieren
Auch wenn Infrarotheizsysteme zwar grundsätzlich mehr Energie-Effizienz als Ölradiatoren aufweisen, bedeutet dies nicht, dass der Einsatz von elektrischen Ölradiatoren deswegen im Altbau gänzlich verzichtbar ist. Überall da, wo sich schlecht gedämmte Fenster ohne einen funktionierenden Heizkörper der Zentralheizung befinden, kann es sinnvoll sein, stattdessen einen Ölradiator zur Überwindung der Fenster-Wärmebrücke einzusetzen (sofern neue Fenster mit Dreifachverglasung nicht gewünscht werden). Wie beim gemischten Einsatz von Zentralheizung und Infrarotheizpaneelen kann auch der elektrische Ölraditator dabei so gesteuert werden, dass er ausschließlich zum Ausgleich der Fensterwärmebrücke beiträgt. Zu diesem Zweck sind elektrischer Ölradiator und Infarotheizelement ebenfalls über zwei getrennte Thermostate zu regulieren. Da auch Ölradiatoren sehr günstig zu haben sind, bleiben die Investitionskosten der Altbausanierung gering.
Die Kombination von elektrischen Ölradiatoren und Infrarotheizplatten kann zudem auch eine sinnvolle Option in Räumen mit vielen spiegelnden Flächen sein (große Fensterfronten, hochpolierte Fliesen, Spiegelschränke z.B.). Dies gilt nicht nur für Altbauten, sondern auch für Neubauten, bei deren Planung die besonderen Heizeigenschaften der Infrarotheizelementen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Altheizkörper umfunktionieren
Bei eigener Öl- oder Gastherme lassen sich die konvektionellen Heizkörper in den Räumen, die nur noch ausschließlich infrarot beheizt werden sollen, zur Anbringung der Infrarotheizplatten nutzen. Die Thermostate der betreffenden Heizkörper der Zentralheizanlage müssen dazu dauerhaft auf Null gestellt werden.

Bei Fernwärmeanschluß und einer Zentralheizanlage, die von mehreren Parteien genutzt wird, ist dies nicht möglich, weil sich an den Heizkörpern der sog. Heizkostenverteiler befindet, der zur gesetzlich geregelten Ermiitlung des individuellen Heizwärmeverbrauchs dient. Heizkostenverteiler dürfen nur durch den Vermieter oder die betreffende Abrechnungsgesellschaft entfernt werden.
Wirtschaftlichkeit der Heizlastverteilung
In Mehrfamilienhäusern und Bürokomplexen erfolgt die eigentliche Wärmeerzeugung häufig durch eine zentrale Heizanlage, bei der die Wärme über Rohrsysteme in die Heizkörper geleitet wird. Um die individuelle Heizkostenabrechnung gegenüber den einzelnen Mietern und Wohneigentümern möglichst gerecht entsprechend der individuellen Verbräuche zu gestalten, werden gesetzlich geregelte Berechnungsverfahren verwendet. Die Heizkostenverordnung schreibt vor, dass dabei auch Heizkörpergröße und Wohnfläche berücksichtigt werden. Außerdem fallen Umlagen z.B. bezüglich der Beheizung von Fluren und Treppenhäusern an.
Da das Heizkostenverteilungssystem für die Nichtnutzung des Zentralheizsystems nicht ausgelegt ist, werden Mietern und Wohnungseigentümern anteilig 30 bis 50 Prozent der Heizkosten in Rechnung gestellt, auch wenn sie nicht heizen. Die mögliche Kostenersparnis durch Infrarotsysteme beschränkt sich für Mieter und Wohneigentümer daher auf die individuellen Verbrauchskosten.
Weil die Zentralheizanlage im Haus bereits für eine Grundwärme des Mauerwerks sorgt und die Wohnung (oder Büro) bei einem Mischkonzept mitheizt, müssen diese Raumwärmeanteile von den Infrarotheizflächen nicht erbracht werden. Es findet eine echte Heizlastverteilung statt (kein Energie-Mehrverbrauch).
Ein Mischkonzept bietet den Vorteil, dass man nicht mehr der Marktpreisentwicklung einer einzigen Energieform und der Preisgestaltung eines einzigen Versorgers unterworfen ist.
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