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Der Wärmeschutz ist für eine elektrische Heizung mit Wärmewellenstrahlung noch bedeutender als für konvektionelle elektrische Heizungen. Denn die Infrarotheizung erwärmt die Luft nicht durch Luftzirkulation, sondern über die Raumhülle (Wände, Decke, Boden).
Infrarotheizungen heizen vor allem im eiskalten Winter viel effektiver und energiesparender als Warmluftheizungen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Infrarotheizungen wärmen das Raumgefäß und die Gegenstände - nicht die Luft. Deswegen ist das Raumgefäß im Schnitt immer wärmer als die Raumluft. Und dies wiederum bedeutet: Die Innenseiten des Mauerwerks werden trocken gehalten, wodurch der Wärmeabluss nach außen geringer ist als bei feuchten Wänden.
Wenn Infrarotstrahlen auf eine schlecht gedämmte Aussenwand strahlen, verliert die beabsichtige Heizwirkung an der ungedämmten Fläche allerdings an Heizkraft. Umgekehrt gilt: Weist die Aussenwand über die gesamte Fläche einen ausreichenden oder hervorragenden Dämmwert auf, erzielen elektrische Heizkörper mit Infrarotstrahlung eine einzigartige Heizeffizienz, weil die Oberfläche der Wand die durch Molekülbewegung entstehende Wärme dann speichert und ohne großen Wärmeverlust sanft an die Raumluft überträgt.
Der Infrarot Flachheizkörper: Ein virtuelles Brennersystem
Bezogen auf die Lufttemperatur fungieren die Raumhülle und Gegenstände als die eigentlichen "Heizkörper". Für die tatsächliche Raumerwärmung kommt es daher letztlich auf den Wirkungsgrad der Gesamtraumhülle als Riesen-Heizkörper an.

Das verhält sich im Prinzip wie bei einer konvektionellen Zentralheizung: Auch eine hocheffiziente Brennwerttechnologie erfüllt ihren Zweck so gut oder schlecht, wie es die angeschlossenen Heizkörper im jeweiligen Raum tatsächlich umsetzen. Um in diesem Vergleich zu bleiben: Die elektrische Infrarotheizung ist sozusagen der virtuelle Brenner des Riesenheizkörpers "umschlossener Raum". Der 1 bis 3 cm dünne Infrarot Flachheizkörper wird seiner technischen Konstruktion nach nicht 85 Grad Celsius warm, um von sich aus die Raumluft zu erwärmen. Der virtuelle Brenner bringt die Raumhülle und die Gegenstände unsichtbar auf eine höhere Temperatur, weil diese in ihrer Gesamtheit die Raumluft sanft und gleichmäßig erwärmen sollen.
Physikalisch ist ein Wohn- oder Geschäftsraum ein sogenannter Hohlraum, bei dem die Infrarostrahlung nicht ins freie geht und dort in Unendliche verschwindet, sondern wie in einem Treibhaus eingefangen bleibt. Die langwellige Strahlung entweicht dabei nicht einmal durchs Fensterglas (nur kurzwellige Wärmestrahlung durchdringt Glas - wie die Wärmestarhlung der Sonne). Wenn das Mauerwerk die Infrarotwärme aber nicht ausreichend speichert, sondern nach außen leitet, wird der Hohlraum-Effekt abgeschwächt und die Infrarotheizung muss ständig viel Infrarotwärme "nachpumpen" (wie man bei einem undichten Reifenschlauch ständig Luft nachpumpen muss).
Wärmebrücken als Heizkörper-Funktionsstörung
Jede Wärmebrücke kann bei diesem virtuellen Heizsystem als doppelter Defekt im umfassenden Riesen-Heizkörper betrachtet werden: An der Wärmebrücke fließt nicht nur die Wärme gleich nach aussen ab, sondern der Heizkörper verkleinert sich zudem um das flächenmäßige Ausmass der Wärmebrücke. Bei einem vierwändigen Raum mit zwei extrem schlecht gedämmten Aussenwänden und einem kalten Fußboden bedeutet dies, dass die Raumhülle nur zur Häfte als Heizkörper funktioniert und die andere Hälfe die Wärme nach außen gleichzeitig rausläßt. Um die Raumtemperatur im Winter z.B. auf 20 Grad Celsius zu kriegen, benötigt man deshalb ungefähr doppelt soviel Heizlast (Wattleistung) als bei einem Raum mit durchschnittlicher Dämmqualität. Und man verbraucht mehr als doppelt soviel Energie.
Umgekehrt gilt: Selbst einfachste, kostengünstige innenseitige Dämmverbesserungen der Raumhülle führen sofort zu einer deutlichen Energiebilanzverbesserung! Mit jeder beseitigten Wärmebrücke wird nicht nur der Abfluss von Wärme nach aussen verhindert, sondern zugleich die Heizfläche des raumumspannenden Heizkörpers "Raumhülle" vergrößert.

Die Infrarotheizung in Altbauten ist mit einem Hochgeschwindigkeitszug vergleichbar, der in einem älteren Schienensystem eingesetzt wird, das nicht auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt war. Der ICE zum Beispiel kann seine Performance nur auf den Teilstrecken ausspielen, bei der die Trassenführung höhere Geschwindigkeiten ermöglicht. Im Konzept Infrarotheizung ist es die Beschaffenheit der Raumhülle, welche über die effektive Performance entscheidet: Die Infrarotheizung kann nur so effektiv heizen, wie sich auf den bestrahlten Oberflächen Wärme bilden und halten kann. Wird die auf der Wandoberfläche enstehende Wärme von der Aussenwand geschluckt (kein ausreichender Wärmeschutz vorhanden) oder reflektiert (z.B. Spiegel oder Fensterscheibe), läßt die Raumbeheizung an solchen Stellen zu wünschen übrig.
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