Mit Thermostaten / Temperaturreglern lassen sich Heizkosten senken. Die Temperatur-Steuerung ist bei elektrischen Infrarotheizungen, konvektionellen Elektroheizungen und Speicherheizungen jedoch anders als bei Zentralheizungen ...

Ein Thermostat für die Einzelraumtemperatur-Steuerung reguliert die vom Heizkörper erzeugte Wärme über die Lufttemperatur. Bei einem für die Heizkörper einer Zentralheizung üblichen Thermostat erfolgt dies über ein Ventil, welches bei Erreichen der Zieltemperatur den Heizungswasserdurchlauf beendet. Bei konvektionellen oder Infrarot-Elektroheizungen wird bei Erreichen der Zieltemperatur durch das Thermostat die Stromzufuhr unterbrochen, wodurch die Elektroheizung abgeschaltet wird.
Bei Unterschreitung der Zieltemperatur wird das Ventil des Heizkörpers der Zentralheizung durch das Thermostat wieder geöffnet, bei einer Elektroheizung schaltet das Thermostat die Stromzufuhr wieder an.
Bei Unterschreitung der Zieltemperatur reagieren Thermostate - je nach Typ und Hersteller - bei einer erreichten Differenz von 0,5 bis 2 Grad Celsius zur gemessenen Lufttemperatur.
Durch Einsatz von Thermostaten läßt sich auch bei der Kombination von Heizkörpern der Zentralheizung und elektrischen Infrarotheizungen eine zweckgerechte und wirtschaftliche Heizlastverteilung erzielen.
Thermostate für Heizkörper von Zentralheizungen
Temperaturregler mit Skalenwerten (1-5)
Konvektionsheizungen erwärmen über die Heizkörper die Luft. Die Heizkörper werden dabei durch das durchfliessende Heizungswasser erhitzt.

Wenn die Heizanlage und die Heizkörperventile optimal eingestellt sind, sollte die Einstellung „3“ einer Raumtemperatur von ungefähr 18 bis 20 Grad Celsius entsprechen. Um ganz sicher zu sein, welche Raumtemperaturen den Skalenwerten tatsächlich entsprechen, muß man die Lufttemperatur gelegentlich in unmittelbarer Nähe des Thermostats messen. Auf diese Weise läßt sich auch feststellen, ob das Thermostat noch einwandfrei funktioniert.
Die Veränderung der Thermostat-Einstellung um einen Skalenwert bewirkt eine Änderung der Zieltemperatur von ca. 3 bis 4 Grad. Wer Heizkosten senken will, sollte berücksichtigen, dass sich durch eine Reduzierung der Temperatur um 1 Grad bis zu 6 % Energie einsparen läßt. Es lohnt sich daher den Skalenwert nur mit Bedacht zu erhöhen.
Nach Einschalten der Heizung durch das Thermostat fließt solange Heizungswasser in den Heizkörper, bis die eingestellte Zieltemperatur erreicht ist. Immer dann, wenn die Raumtemperatur unter die Zieltemperatur fällt, wird das Ventil durch das Thermostat geöffnet und läßt erneut warmes Heizungswasser durch den Heizkörper der Zentralheizung strömen.
Nachteilig bei diesem Thermostattyp ist, dass die Zieltemperatur nicht exakt einstellbar ist und die Ventile bei kaltem Luftdurchzug (geöffnete Fenster und Türen) den Heizwasserdurchlauf erhöhen. Es wird deshalb empfohlen, das Thermostat beim Lüften auf "0" zu stellen.
Elektronische Temperaturregler
Bei einem elektronisch gesteuerten Thermostat ist die Zieltemperatur exakt einstellbar. Die meisten guten elektronischen Thermostate stellen automatisch fest, ob ein Absinken der Raumtemperatur durch geöffnete Fenster und Türen erfolgt. Dafür muß ein sogenannten externer Temperaturfühler an Fenstern und Türen installiert werden.

Anders als bei einem herkömmlichen Thermostat wird das Ventil bei einem digitalen Themostat bei Absenken der Lufttemperatur bei geöffneten Fenstern und Türen nicht mehr automatisch aufgedreht und so eine ineffektive Verbrauchszunahme unterbunden. Wer auf diese Weise Heizkosten senken möchte, muss an auch an Türen und Fenstern Temperaturfühler montieren.
Thermostate für Elekroheizungen - und speziell für elektrische Infrarotheizungen
Die Temperatur-Steuerung erfolgt bei Elektroheizungen durchgängig durch Ein- und Ausschalten der Stromzufuhr. Anders als bei Heizkörpern einer Zentralheizung, welche die Wärme über Heizungsrohre verteilt, werden keine Ventile auf- und zugedreht. Die Elektroheizung wird auch nicht gedimmt.
Einsatzbar sind für Infrarotheizungen handelsübliche elektrische Thermostate, mit denen sich Elektroheizungen jeder Art temperaturabhängig ein- und ausschalten lassen.
Das Thermostat sorgt dafür, dass die Infrarot-Elektroheizung nur angeschaltet wird, wenn eine Differenz zwischen tatsächlicher Raumtemperatur und der gewünschten Zieltemperatur vorliegt. Dadurch wird der Stromverbrauch gezielt steuerbar. Wie lange die Infrarotheizung pro Stunde eingeschaltet wird, hängt von der Außentemperatur bzw. der Gebäudedämmung und der Wattleistung der Infrarotheizung ab.

Da Infrarotheizungen nicht die Luft, sondern Gegenstände im Raum sowie Wände, Fußboden und Decke gleichmäßig erwärmen, verpufft die Heizleistung bei kurzfristigem Kaltluftzustrom nicht, wie dies bei Heizungen, die die Luft erwärmen, der Fall ist. Die Gegenstände werden auch bei kaltem Lufftstrom weiterhin erwärmt.
Hinzukommt, dass - anders als bei der Temperatursteuerung konvektioneller Heizungen - bei Infrarotheizungen keine Erhöhung der Heizleistung während des Nachheizens nach Unterschreitung der Zieltemperatur stattfindet. Infrarotheizungen werden wie oben dargestellt nicht gedimmt, sie werden einfach ein- oder ausgeschaltet.
Zu einer nennenswerten Mehrbelastung der Stromrechnung kommt es erst, wenn die Gegenstände durch den Kaltluftstrom um mehrere Grad Celsius ganzräumig runtergekühlt werden. Außer bei extremen Minustemperaturen ist dies bei kurzfristigem Lüften physikalisch aber nicht möglich.

Temperatur-Regulierung bei Mischkonzepten
Mieter und Eigentümer von Wohnungen mit einer Zentralheizung (inkl. Fernwärme) sollten Infrarotheizungen im Rahmen eines Mischkonzeptes einsetzen, welches pro Raum eine bedarfsgerechte und möglichst wirtschaftliche Heizkosten-Verteilung definiert. Inbesondere für die Heizung in Altbauten erweist sich ein kombinierter Einsatz von Heizkörpern der Zentralheizung und Infrarot-Heizungen häufig als beste Lösung.
Je mehr die Heizlast dabei der Infrarotheizung übertragen wird, desto mehr verbessert sich die Raumluft. In bestimmten Fällen kann auch der Einsatz einer konvektionellen Elektroheizung sinnvol sein, was ebenfalls im Beitrag Heizung in Altbauten näher erläutert wird. Das Mischkonzept wurde von Wärmemeister.de München entwickelt und hat sich in der Praxis bestens bewährt.
Externer Temperaturfühler für Heizkörper der Zentralheizung

Der Einsatz der Zentralheizkörper zum Ausgleich der Fensterkälte kann einigen Fällen durch Ersatz des Standard-Themostates durch ein Thermostat mit Außenfühler optimiert werden. Der Außenfühler des Thermostats wird dann über dem Heizkörper der Zentralheizung im oberen Bereich des Fensters befestigt.
Erwirken einer konstanten Heizkörper-Temperatur
Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Temperaturfühler des Thermostats direkt am Heizkörper der Zentralheizung befestigen.

Die Heizkörper der Zentralheizung können während dann während der Heizperiode konstant im unteren Temperaturbereich (z.B. auf 31 Grad Celsius) gehalten werden, was zu ener erheblichen Reduktion der individuellen Heizkosten bei der Jahresabrechnung führen kann.
Dadurch wird vermieden, dass der individuelle Verbrauch durch hohe Heizkörper-Temperaturen exponentiell ansteigt, was bei der sonst üblichen Steuerung per Raumtemperatur unvermeidbar der Fall ist - und sich gut anhand des Verhaltens der Verdunstung im Heizkostenverteiler aufzeigen läßt:

Bei einer Heizkörper-Temperatur von 20 Grad Celsius liegt der Dampfdruck bei 36 PA (sehr geringe Verdunstung, noch sog. Kaltverdunstung), bei 39 Grad aber bereits bei 133 PA! Dementsprechend "explodieren" die individuellen Heizkosten bei hohen Heizkörpet-Temperaturen. Da auch elektronische Heizkostenverteiler die Heizkörper-Temperatur messen, verhält sich das bei ihnen nicht anders.

Die Regulierung der gewünschten Raumtemperatur kann man stattdessen komplett dem Thermostat der nachhaltiger und gesünder heizenden Infrarotheizung überlassen. Weil die Infrarotheizung immer die gleiche Strommenge verbraucht, kommt es beim Ausgleich der Temperatur-Differenz zwischen Ist- und Solltemperatur zu keinem exponentiellen Heizkosten-Anstieg.
WICHTIG: Bei dieser Lösung muß das Heizkörper-Thermostat außerhalb der Heizperiode unbedingt auf den Skalenwert Null eingestellt werden, sonst kommt es zu keiner Heizkostenersparnis, sondern übers Jahr gerechnet im Gegenteil zu einer unnötigen und ärgerlichen Erhöhung der individuellen Heizkosten, weil die Heizung unnötig durchläuft.
Austausch des Heizkörper-Raumtemperaturreglers
Ein Thermostat-Austausch am Heizkörper der Zentralheizung ist kostengünstig und schnell durchgeführt. Heizkörper-Thermostate sind mit einem Schraubenschlüssel oder einer Pumpenzange ab- und anschraubbar, ohne dass die Zentralheizung abgestellt werden muss.

Bei Auszug aus einer Mietwohnung oder Verkauf einer Eigentumswohnung kann das Vorgänger-Thermostat wieder aufmontiert werden.
Thermostat mit Außenfühler bei Elektrospeicherheizungen
Insbesondere wenn Elektrische Speicherheizungen zum Ausgleich von Kältezonen an Fenstern eingesetzt werden, sollten keine Modelle mit integriertem Temperaturregler verwendet werden. Es ist unsinnig, eine Temperatur direkt am Heizkörpern zu messen, da jeder Heizkörper immer wärmer ist als der umgebende Raum. Wer effizient heizen will, muss den Fühler des Thermostaten da plazieren, wo eine bestimmte Temperatur nicht unter- und überschritten werden soll!
Vermeiden Sie höhere Zieltemperaturen bei großflächigen Wärmebrücken!
Physikalisch wandert die Wärme solange zur Kälte, bis ein Temperaturausgleich geschaffen ist. Die Herstellung eines solchen Temperaturausgleichs findet permanent statt, ob geheizt wird oder nicht. Beim Heizen ist allerdings zu beachten: Je größer die Differenz zwischen warmer Raumluft-Temperatur und der Temperatur schlecht gedämmter Aussenwände, Fenster und Türen ist, desto mehr steigen die Energiekosten!
Wer Heizkosten sparen will, sollte diese Differenz also möglichst gering halten. Dazu gibt es generell zwei Möglichkeiten:
1. Absenkung der Zieltemperatur in Richtung der Temperatur z.B. der schlecht gedämmten Aussenwand (Thermostat z.B. auf 15 Grad statt auf 20 Grad einstellen)
2. Verbesserung der Dämmqualität - im besten Fall Ausschaltung der Wärmebrücke
Wer in einem schlecht gedämmten Raum eine Zieltemperatur von 20 Grad auf dem Thermostat einstellt, verbraucht viel mehr Energie als in einem Raum ohne Wärmebrücken! Je großflächiger die Wärmebrücken sind, desto mehr schlägt dieser Mehrverbrauch in der Heizkostenabrechnung zu Buche.
Mehr Infos zum Zusammenhang von Heizkosten und Dämmung erfahren Sie in unseren Beiträgen zur energetischen Bausanierung und Innenraum-Dämmung.
Noch Fragen?
Bei Fragen rufen Sie uns einfach an. Aufschlußreich sind auch unsere meßtechnischen Vorführungen in unserer Münchner Heizungsaustellung.
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