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Energiewende: Kraft-Wärme-Kopplung, Mini-BHKW (Blockheizkraftwerk) und Infrarot Heizung

Im Konzept der Energiewende spielen Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Blockheizkraftwerke (BHKW) eine tragende Bedeutung. Diese sollen jedoch bevorzugt mit Erdgas betrieben werden, also fossil. Was hat das noch mit regenerativer Energie zu tun - dem eigentlichen Ziel der Energiewende? 

kraft-waerme-kopplung

Es ist beim besten Willen nicht möglich, die Energieversorgung in wenigen Jahren komplett auf regenerative Energie umzustellen. Es ist bereits eine gewaltige Herausforderung innerhalb von 10 Jahren einen Anteil von bis zu ca. 40% zu realisieren. Denn es kommt nicht nur darauf an neue regenerative Kraftwerke zu errichten, sondern die komplette Infrarstruktur muss hierfür umgebaut werden. Allein für Planungs- und Genehmigungsverfahren vergehen aber bereits Jahre. In einem Zeitraum von 10 Jahren ist deshalb nur ein Teil des Umbaus der Energiewirtschaft möglich. Mittelfristig sind spielen daher auch Maßnahmen zu einer sparsameren Nutzung fossiler Energieträger eine bedeutende Rolle. Da der Primärenergiefaktor von Gas bei der fossilen Stromerzeugung am geringsten ist, gelten gasbasierte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) als akzeptable Brückentechnologie.


Energie-Revolution plus Effizienzsteigerung

Um Versorgungsengpässe nach Abschaltung der Atomkraftwerke auszuschliessen und die Einhaltung der Klimaziele zu gewährleisten, muss daher flankierend weiteres getan werden. Bedingt durch den Zeitdruck kann dabei auf fossile Energie noch nicht verzichtet werden. Deswegen kann nur eine Doppelstrategie sinnvoll sein. Ein "Purismus" in Sachen regenerativer Energie hätte unter dem Strich absehbar eine dramatische Verschlimmbesserung zur Folge.

Bezüglich Resourcen-Verknappung, Klimabelastung und Versorgungsicherheit gibt es neben der Umrüstung auf regenerative Energie einen zweiten Ansatz, der von erheblicher Bedeutung ist: die Verbesserung der Energieeffizienz.

Insbesondere bei der Stromerzeugung und der Gebäudebeheizung gibt es ein beachtliches Einsparpotential, das flankierend zum eigentlichen Ziel der Energiewende - der Loslösung von fossilen Brennstoffen - die Gesamtenenergiebilanz bedeutend verbessern kann. Dies betrifft vor allem:

- Erhöhung des Wirkungsgrades bei der Stromerzeugung

- Verbesserung des Wärmeschutzes im Gebäudebestand

Wirkungsgrad der Stromerzeugung

Der Wirkungsgrad alter Kohlekraftwerke beläuft sich auf ca 30%. Gemessen an der starken CO2 Emission müssen diese Kraftwerke dringend vom Netz. Den besten Wirkungsgrad bei fossilen Energieträgern haben moderne Erdgas-Kraftwerke. Der Wirkungsgrad beträgt 60%.

Der Wirkungsgrad von Erdgas-Kraftwerken kann durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) optimal ausgeschöpft werden, indem die bei der Stromerzeugung entstehende Verbrennungswärme auch für die Gebäudebeheizung genutzt wird (anstatt ungenutzt zu verpuffen). Kraft-Wärme-Kopplung wurde bereits im Rahmen der Fernwärme angewendet. Noch effektiver kann sie mit Mini Blockheizkraftwerken (BHKW) umgesetzt werden, weil hier geringere Wärmeverluste durch Wegfall langer Zuleitungswege vorliegen.

Wärmeschutz im Gebäudebestand

Durch Wärmeschutz-Massnahmen lassen sich im gesamten Gebäudebestand bis zu 60% Heizernergiekosten durch energetische Bausanierung und innenraumseitigen Wärmeschutz einsparen. 


Dezentralisierung der Energieversorgung

Die Energiewende soll auch eine zunehmende Dezentralisierung der Stromversorgung einschliessen; sie ist eine Chance, den Strommarkt für mehr Wettbewerb umzugestalten. Dies ist ein bereits seit langem diskutiertes Anliegen, welches sich aber im Rahmen der bisherigen Strukturen nur schwerfällig realisieren liess. Mini Blockheizkraftwerke (BHKW) sollen den Bürger durch "Zuhausekraftwerke" zum Koproduzenten der kommunalen Selbstversorgung werden lassen. Durch computergesteuerte smart grids sind auch "virtuelle Großkraftwerke" angedacht, die zum Ausgleich von Spitzenlasten beitragen.

Die bisherige Förderung von Mini Blockheizkraftwerken soll deswegen im Rahmen des Netzumbaus erweitert werden: 


Förderung von Mini-Blockheizkraftwerken auch für Stromerzeugung

Die Fördermittel für Mini BHKW-Anlagen waren bislang weitgehend auf einen wärmeorientierten Einsatz vorgesehen. Das soll geändert werden. Im Bericht der Ethikkommission wird dies ausführlich erläutert (S. 36).

Ziel ist es auf diesem Weg 10.000 bis 12.000 MW zusätzlicher elektrischer Leistung zu schaffen.

Mini Blockheizkraftwerke sollen dazu beitragen, das Netz bezüglich der bei Wind- und Thermosolaranlagen unvermeidlichen Leistungenschwankungen zu stabilisieren. 


Gasnetz als Speicher für erneuerbare Energie

Das bestehende Erdgasnetz kann als Speicher für regenerative Energien genutzt werden. Der Strom aus Windkraftanlagen beispielsweise kann per Elektrolyse in Methan gewandelt werden, welches dem Erdgas beigemischt wird.  


Entlastung der zentralen und dezentralen Stromversorgung durch private Investoren

Beim stromorientierten BHKW-Konzept werden die für eine Erhöhung der Stromkapazität erforderlichen Investitionen auf Bauherren und Hausbesitzer verlagert. Hinsichtlich der Erdgas basierten Mini BHKW investieren sie allerdings in eine Brückentechnologie und bleiben vom Gaspreis abhängig. Nur Bio-Gas betriebene BHKW stellen eine nachhaltige Investition dar. 


Infrarotheizung als Alternative zum wärmeorientierten Mini Blockheizkraftwerk

Infrarotheizungen kommen aus folgenden Gründen als ökologisch einwandfreie Alternative zu Mini Blockheizkraftwerken (BHKW) in Betracht: 

  • Bei Ökostrombezug garantieren Infrarotheizungen eine Wärme ohne CO2-Emission
  • Der Einsatz von Infrarotheizungen erspart Investitionen in Mini-Blockheizkraftwerksanlagen sowie damit verbundene Planungs-, Installations- und Wartungsaufwendungen
  • Ökoelektrisch betriebene Infrarotheizung erhöhen die Nachfrage nach Ökostrom und damit die Bereitschaft von Energieversorgern und Kapitalanleger in neue Ökokraftwerke (Windparks, Gezeitenkraftwerke usw.) zu investieren.


Infrarotheizung in Verbindung mit einem stromorientierten BHKW

In Verbindung mit stromorientierten Mini Blockheizkraftwerken (BHKW) kann die Infrarotheizung folgende Vorteile bringen:

  • Solare Eigenversorgung kann auch durchgängig für eine Raumbeheizung ohne Heizungsluft genutzt werden.
  • Aufwendige Total-Sanierungsmassnahmen des konvektionellen Heizkörpersystems in Altbauten lassen sich vermeiden (Heizkörper und Rohrleitungen).
  • Räume ohne Heizkörper lassen sich kostengünstig infrarot beheizen.
  • Auch partielle energetische Sanierungen durch kostengünstige Innenraum-Dämmung werden möglich.


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